St.Jacobi-Schloßkirche Osterode

St. Jacobi Schloßkirche Osterode
Unsere Kirche besteht seit vielen Jahrhunderten. Sie ist die älteste Kirche der Stadt. An ihrem Standort befand sich bereits im 12. Jahrhundert eine Kapelle mit dem Patrozinium des Apostels Jakobus. Kaiser Otto IV gewährte ihr 1217 Schutz und übereignete sie einer ansässigen Bruderschaft (Urkunde vom 01.Mai 1217).  Die Kapelle wurde um 1230 als gotische Kirche mit Nonnenchor erweitert. Bereits 1233 wurde erstmals ein Frauenkonvent beurkundet. Ein Kaland begleitete die Zisterzienserinnen. Das Nonnenkloster St. Mariae et Jacobi bestand bis zur Reformation 1561. Herzog Ernst III von Braunschweig und Grubenhagen ließ im 16. Jahrhundert nach der Reformation und der 
Säkularisierung das Kloster das Konventsgebäude(heutiges Amtsgericht) als Schloss umbauen mit einem Turm über der Fürstenloge(Westseite der Kirche; mit kgl. hannöversch-großbrittannischem Wappen) und dem heutigen Westturm.   Die Kirche diente fortan als Schloßkirche den Welfenherzögen. Die Verbindungsflügel zwischen Kirche und Amtsgericht wurden im 19. Jhdt. abgebrochen. 1751/52 wurde die Kirche im barocken Stil umgebaut, nach Norden um 2 m verbreitert und mit Emporen und einer Tonnendecke versehen. Die Kirche wurde 1952 gründlich erneuert, wobei die Fundamente der romanischen Kapelle und der gotischen Klosterkirche freigelegt und vermessen wurden. Das vormalige Schloss war Sitz eines Zweiges des Welfenhauses(Braunschweig-Lüneburg-Grubenhagen), dessen Herzberger Zweig nach Hannover übersiedelte und im Jahre 1714 den britischen Thron bestieg. Der Court of arms des brit. Königs Georg I befindet sich über der Fürstenloge. Das Schloss wurde später als Amtshaus des Amtes Osterode genutzt. Der West- und der Ostflügel der quadratischen Anlage wurden ab 1894 abgerissen, so dass nur der Südflügel, das heutige Amtsgericht, und der Nordflügel, die heutige Schloßkirche, erhalten blieben. In der Kirche ist der frühbarocke Altar sehenswert mit dem Hauptteil aus der Zeit um 1420. Neben dem Epitaph von dem Bergrat Peter Hartzing (Sohn einer Japanerin) und Superintendent Chr. F. Knorr aus dem 17. Jahrhundert befindet sich dort auch ein romanisches Taufbecken vermutlich aus der Zeit um 1050. Die Kanzel steht auf einer Mosesfigur mit der Steintafel. Als Winterkirche wird die Christuskapelle unter der ehemaligen Fürstenloge genutzt. In der Kapelle befindet sich ein Holzkreuz mit einer Christusfigur, welche der französische Kriegsgefangene und Architekt Guy Melicourt aus Paris aus Speichel und Papier gestaltete. Es diente der Spielgemenschaft "Compagnons de jeu" als Requisit für Theateraufführungen der Kriegsgefangenen. Die große historische Orgel wurde von Johann Andreas Engelhardt gebaut. Das Kirchegebäude erhielt in den Jahren 1751/1752 ihre heutige Gestalt. Derzeit wird unsere Kirche erneut in mehreren Abschnitten renoviert.
Und am 1. Mai 2017 feiern wir unser 800jähriges Bestehen der Kirche.